Texte unter KI-Verdacht – weil sie zu gut aussehen
Eine Paradoxie dieser Tage besteht darin, dass sogenannte 'Künstliche Intelligenz' mit menschlicher Sprache gar nichts anfangen kann, obwohl viele Millionen Menschen genau das glauben. Denn KI reagiert auf Fragen und Aufgabenstellungen in menschlicher Sprache mit 'Outputs' in menschlicher Sprache. Diese werden allerdings ohne jeden Zugang zu den Bedeutungen (Ebene der Semantik) und den unzähligen Bedeutungen in konkreten Situationen (Ebene der Pragmatik) generiert. KI operiert ausschliesslich auf der Ebene der Zeichen (Syntax), wo es für alles klare Regeln gibt… für die Rechtschreibung, für die Zeichensetzung, für die Grammatik, für Stilmittel, für die Strukturierung von Texten…
Auf der Ebene der Syntax lassen sich Muster erkennen und – statistische – Wahrscheinlichkeiten von Zeichenfolgen 'berechnen', allerdings auch nur auf der Basis von Milliarden Texten, die von Menschen erdacht, verfasst und veröffentlicht wurden, bevor sie von den KI-Konzernen aus dem Internet gestohlen und als 'Vergleichswerte' missbraucht wurden. Und selbst dann müssen noch rund 420 Mio. Menschen die menschengemachten Texte so 'aufbereiten', dass Maschinen sie halbwegs als 'Daten' verarbeiten können. Unter der 'Motorhaube' der KI-Maschinen stecken also vor allem Leistungen, die von Menschen erbracht wurden. Der Anteil der Programmierung der KI-Software ist dabei verschwindend gering. Dasselbe gilt für die Beteiligung der Maschinen an den Inhalten der Outputs, die sie generieren. Die Betreiber der KI-Plattformen erzählen dagegen gerne das Märchen, ihre Maschinen hätten menschliche Fähigkeiten, mit denen sie ihre 'Outputs' ganz alleine erzeugten.
Von in Allgemein
1 Monat vor, 10 Minuten Lesezeit